Mittwoch, 4. September 2013
Montag, 2. September 2013
Franziska oder endlich fast offline
Oh du morgendlicher Gottesdienst, wuerdest du nur eine Stunde spaeter anfangen! Dies waren die ersten Gedanken als Ton Steine Scherben mal wieder um halb Sieben uns mit Guten Morgen weckten. Nach dem ueblichen Programm gibt es dann zum Mittagessen eine Art Forelle mit Ugali. Der Fisch war der Hammer. Ich bin ja schon ganz aufgeregt wegen meiner Verabredung heute mit Franziska. Endlich mal jemand in meinem Alter(fast), denke ich. Wir treffen uns nach dem Unterricht. Ich frag mich erst mal duch saemtliche Schueler wo Franziska steckt. Als wir uns dann treffen kann man nur schwer sagen wer von beiden schuechterner ist. Wir beginnen ein Gespraech auf Englisch. Als das Alter zur Sprache kommt verbessert mich Frank(Rufname) erst mal von 26 auf 16. Als ich dann nochmal ischerini na sita betone werden die schoenen Augen ganz gross. Nun ist Franko an der Reihe. Nun ja 15 ist ja auch schon mal ein gutes Alter. Das dann doch 12 Jahre zwischen uns liegen haette keiner von Beiden gedacht. Franko kommt vom Kili und faehrt 3 Tage lang in die Heimat. Alter egal, wir beginnen mal mit einer Schulfuehrung. Es gibt etwa 20 Schweine, darunter frische Ferkel. Ich schleiche mit Rock und Ballerinas in den Verschlag und will ein Ferkel knuddeln. Als es anfaengt zu quitschen als ob ich es gleich schlachten moechte, setze ich es wieder ab. Immerhin Babe war lange nich so suess. Ganz zart und rosa. Franko liebt Schweine erzaehlt sie mir. Besonders der Geschmack gefaellt ihr besser als bei Kuehen. Wir setzen uns auf eine Mauer und beginnen zu lernen. Sofort sind wir umringt von einer Traube aus Schuelern welche sich meiner Handcreme bemaechtigen, und mit meinem Handy Bilder machen wollen. Ich lerne Begriffe wie Vene, Blut, Haut etc. Morgen werden wir Fragesaetze fuer das Hospitali ueben. Die Schueler hier stehen morgens um Fuenf auf und beginnen mit Fruehsport oder Putzen. Im Anschluss geht es in die Kirche und dann direkt zum Unterricht.Es gibt hier Regeln an die man sich zu halten hat. Es wird auf dem Feld gearbeitet und im Stall. Es wird bis 22 Uhr gelernt und gesungen. Singen: Abends hoeren wir durch unsere Fenster die Schueler singen. Sie singen als ob nichts sie nichts anderes je gemacht haetten. Mit Trommeln und aus vollem Halse. Wir werden dem Chor beitreten haben wir heute beschlossen. Da kann man sich im Tanz und Singen ueben. Heute haben wir auch unseren Lehrer gefragt ob wir eine Studienfahrt an den Malawisee machen. Die Begeisterung war sehr gross und sogleich wurde Bambi auch noch von unsererm Lehrer eingeladen. Den Unterricht lassen beide am Freitag ausfallen und in der Fruehe werden wir starten. Ein weiteres Problem tut sich auf. Das Guthaben auf unserern Karten neigt sich stark dem Ende zu. In ganz Maguu ist keine einzige Karte mehr fuer unser Netz zu bekommen. Also uebt man sich in Geduld und auch mal eben offline. Der Laptop ist ja auch noch da. Wir werden wohl noch etwas Zeit brauchen um wieder an Guthaben zu kommen. Es ist schon gewoehnungsbeduerftig das man estwas nicht sofort bekommt wenn es aus ist. So liebe Freunde usku Mwema, ich werde mich noch intensiv der Kunst des lernens ohne viel Inhalt widmen. Mit 26 geht halt alles schon schwerer. Obwohl es mit 16 auch nicht einfacher war.,
Sonntag, 1. September 2013
Selber kochen und andere Katastrophen,
Es ist schon wieder Sonntag. Der Gang in den sonntaglichen Gottesdienst wurde von einem Besuch bei der Schneiderin unerbrochen. Christina hatte uns so frueh bestellt damit wir die von Ihr geschneiderten Roecke auch in die Kirche anziehen. Nach den 2 Stunden Kirche und einem Fruehstuck widmet sich der Vorbildsschueler dem lernen, und ich schreibe eine Email in der Zeit. Wir bereiten uns schon mal gedanklich auf das Koche am Nachmittag vor. Nach einem laengern Skypegespraech welches trotz leichtem Wind ganz gut gegangen ist, geht es dann in die Kueche. Der Herd ist aus, also muessen wir erst einmal Feuer machen. Wenn 4 Maedels versuchen ein Feur zu machen dann kann das etwas dauern. Ich stellte mir vor wir waeren alle in Felle gekleidet und die Maenner bringen gleich ein Mammut heim. Statt dem Mammut geht es ans Kartoffel kochen. Wir suchen Zutaten aus. Es gibt Essig, Oel und Salz. Fuer die Fleischkuechle bekommen wir schon gekochte Kuhfleischstuecke. Die Schwestern haben schon eine art Fleischwolf an den Tisch geschraubt. Waerend drei von und die Presse halten damit sie nicht vom Tisch kracht, drehe ich die Kurbel. Ja was tut man nicht alles fuer ein Stueck heimtaliche Kueche. Das Endprodukt schmeckt.......ich habe mich fuer Fisch und Reis entschieden. Der Tomatensalat war ganz lecker. Das Wort Tomate heisst auf Kisuaheli Nyany, was gleichzeitig auch Oma bedeutet. Angesichts einer runzligen Tomate auch nachvollziehbar. Beim Essen uebe ich mich darin aus Uglai in der Hand kleine Kugeln zu formen und diese mit Gemuese und Fisch moeglichst elegant zu essen. Das Gelachter um mich herum ignoriere ich wieder einmal und esse mit der Elgenaz eines Kiboko(Nilpferd oder Hippo) weiter. Am Schluss jedoch muss ich mein benutztes Besteck doch zum Spuelen geben. Ich kaufe noch bei Maria am Kiosk ein. Eigentlich immer sehr nett, waere da nicht die Angewohnheit von Maria unbedingt meine Perlenohrringe zu wollen. Staendig zeigt sie darauf und sagt Naombe=geben. Wieder einmal ist mein Kisuaheli akut schlechter als vor 10 Minuten und so kann ich meine Orringe behalten, Ich ueberlege diese zu entfernen um solchen unangenehmen Situationen kuenftig zu entgehen. Oh liebe Maria leider liebe ich meine Perlen zu sehr. Sie nicht nicht einmal verkaeuflich. Voller Begeisterung lese ich von meiner liebsten Schwester das der Vfb mal endlich gewonnen hat.Ole Ole aber auch im tansanischen Tv kommt deutscher Fussball. Nur halt nicht der Vfb.(Pauli uebrigens auch nicht) Seit einer Woche werde ich jeden Morgen in der Kirche von einer Schuelerin angelacht.. Ist um 7Morgens auch nicht schwer ueber mich zu lachen. Heute hab ich das Maedel mal abgepasst und mich vorgestellt und erfahren das sie Franziska heisst. Wir moegen uns sofort! Spaeter am Abend suche ich sie auf dem Schulhof um sie als persoehnlichen Kisuahelilehrer anzustellen. Als ich sie nicht finde schickt Sr. Janeth sofort 3 Schueler los sie zu suchen. Sie drueckt mich ganz lieb und wir verabreden uns fuer jeden Tag eine halbe Stunde Kisuaheli sprechen und lernen.Morgen sehe ich endlich klein Josepho wieder, werden dann mal faules Ei spielen. Wenigstens werde ich diesmal nicht zwingend in der Mitte stehen. Schon senkt sich die Nacht ueber Maguu, schnell kommt sie,und sehr sehr dunkel. Einzigartig sind die unzaehligen Sterne, und immer wieder zieht eine Schnuppe den Himmel entlang und verglueht. Schnell denke ich an den immergleichen Wunsch und blasse gemuetlich den Rauch meiner heimlichen Ziggarette in den Himmel. Truegerische Romantik, leider verblasst du mit jedem Tag ein bisschen.Sind doch lauter Postkartenmotive meist von Leid begleitet. Um so mehr denke ich an meine Lieben daheim. Tansania verzaubert, keine Frage. Doch schon nach2 Wochen stellen wir in Gespraechen fest das wir einen Vorgeschmack mitbringen. Welcher, und wie man damit umgehen lernt wird sich zeigen. Usku Mwema liebe Freunde. Oder wie man auch sagt: Lala salama.
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